Das Bundesheer geht auf dem Krückstock:
Nur jeder zweite Kampfpanzer einsatzbereit
- Restliche Fahrzeuge wegen Defekten bei Wartung
- Darabos erntet Kritik von Opposition und der ÖVP

Nur jeder zweite "Leopard 2"-Kampfpanzer des Bundesheeres ist derzeit einsatzbereit das Verteidigungsministerium bestätigte. Demnach wären derzeit nur knapp über 50 Prozent der 114 Panzer kampftauglich, der Rest steht wegen technischer Defekte zur Wartung an.
Allerdings betont Ministeriums-Sprecher Bauer, dass derartige Zahlen nicht ungewöhnlich und nur "Momentaufnahmen" seien: "Es gibt Phasen, wo sehr viel geübt wird - und diesen Phasen folgen Phasen, wo instandgesetzt wird und wo das Kaderpersonal auf Urlaub geschickt wird." Bauer verweist darauf, dass eine ständige Einsatzbereitschaft aller Panzer weder gewünscht noch benötigt werde: "Es wäre ein Wahnsinn, wenn das Bundesheer ständig alles Gerät immer einsatzbereit hätte. Das wäre zwar möglich, das hat aber nicht einmal die amerikanische Armee."
Dies sei auch eine Kostenfrage. Entscheidend sei, dass die Panzer einsatzbereit seien, wenn sie benötigt werden - also etwa bei der Ausbildung der Grundwehrdiener und bei Übungen. Danach kämen die Panzer in die Wartung und das Kaderpersonal könne die im Einsatz angefallenen Überstunden abbauen.
"Sicherheitspolitischer Schrotthaufen"
Die Opposition sieht das Bundesheer angesichts maroder Kasernen und einsatzuntauglicher Panzer in der Krise. FPÖ und BZÖ werfen Verteidigungsminister Darabos vor, sich lieber um seine Agenden als Sportminister zu kümmern, als um das Heer. Die Grünen sprechen von einem "sicherheitspolitischen Schrotthaufen" und drohen mit einem Antrag auf Abschaffung des Heeres.
Auch die ÖVP fordert Darabos auf, die "Baustellen" in seinem Ressort zu beseitigen. "Darabos gefällt sich offenbar mehr als Sportminister. Seine Aufgaben als Bundesminister für Landesverteidigung lässt er dabei links liegen", kritisierte Verteidigungssprecher Kapeller. (apa/red)










