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"Weil es einfach so schön ist hier":
Bernhard Gruber kann Glück kaum fassen

  • Taktik: "Bin wie eine Klette hinten drangepickt"
  • "Bua, du kannst wirklich um eine Medaille mitlaufen"

Da stand er im Ziel und konnte sein Glück kaum fassen. Bernhard Gruber hat in seinem ersten Einzelrennen bei Olympia nach Gold mit dem Team von der Großschanze völlig überraschend auch noch Bronze geholt. Der 27-jährige Salzburger freute sich sehr und mit ihm auch das gesamte österreichische Team, das teilweise zuvor im Sprungbewerb arg benachteiligt gewesen war.

"Geträumt habe ich von Medaillen immer, aber dass das jetzt Wirklichkeit wird, innerhalb von zwei Tagen Gold und Bronze, das ist einfach unglaublich", meinte Gruber im Gespräch mit der APA. Er habe sich schon so gefreut auf die Spiele, "weil es einfach so schön ist hier in Vancouver und Whistler". Die Schanze und Loipe hatte er genauestens studiert, war die Strecke auf dem exakt darauf eingestellten Skiroller-Laufband in Ramsau oft gelaufen. "Ich habe jeden Streckenabschnitt gewusst. Mir hat's hier einfach nur getaugt, so sind auch meine Sprünge rausgekommen, ich konnte meine Fliegerqualitäten zeigen."

"Burner" - die Klette
Der nach dem Springen führende Bernie "Burner", wie er von seinen Teamkollegen wegen seines hohen Energiestoffwechsels genannt wird, war sich freilich bewusst, dass mit Bill Demong und Johnny Spillane die beiden starken US-Langläufer an ihn herankommen würden. "Dann war nur die Devise - okay hinten dran bleiben. Sie sind ein recht hohes Tempo gegangen. Ich bin wie eine Klette hinten drangepickt."

Als er von den Trainern in der Folge die Rückstände hörte, und - weil sich die Verfolgergruppe sehr zum Ärger von Mario Stecher nicht auf gemeinsames Arbeiten einigte - diese sogar größer wurden, dämmerte Gruber die Medaillenchance. "Bua, du kannst wirklich um eine Medaille mitlaufen", habe er sich gedacht. "Da war dann ein bisserl ein Kribbeln im Magen während dem Laufen, dann habe ich mich aber wieder voll konzentriert."

Dank an die Biathleten
Gruber bedankte sich bei den Biathleten, er durfte wieder den Ski von Dominik Landertinger anschnallen und musste es wieder nicht bereuen. "Ein Danke an die Biathleten und Servicemänner, die haben alle so gut zusammengearbeitet." Da die Kombinierer schon abreisen, könne er ihnen nicht zuschauen in der abschließenden Staffel. "Ich werde in Gedanken bei ihnen sein. Die können genauso mitfighten, sie brauchen nur an sich glauben", gab der zweifache Medaillengewinner den Skijägern noch einen Tipp mit.

Bronze und das Team-Gold glänzen gleich für den Hobbymusiker. "Eine Teammedaille ist genauso schön wie eine Einzelmedaille. Wir haben im Team so super zusammen gearbeitet. Wir haben uns so gepusht und jeder ist über sich hinausgewachsen", versicherte Gruber.

Für die Zukunft wisse er jedenfalls, dass er sich nicht mehr verstecken muss. Trainer Baard Jörgen Elden hatte ihm gesagt, er sei ein netter Kerl, müsse aber auch lernen, die Ellbogen auszufahren.

Gottwald zieht den Hut
Neidlos freuen konnten sich auch seine Teamkollegen. "Wenn es am Ende mit einer Bronzemedaille ausgeht, bin ich auf keinen Fall sauer", meinte Gottwald nach Rang 17. "Ich weiß, wie schwierig es ist, Medaillen zu gewinnen und der Bernie hat das heute mit Bravour gemacht, da ziehe ich den Hut vor ihm. Er ist ein Athlet, dem oft sehr viele wenig zutrauen und er hat das Gegenteil bewiesen und bringt im Wettkampf seine Leistung." Gut sei, dass hinten Sportler nachkommen, die Medaillen machen können, so der nun dreifache Olympiasieger, der sich über seine weitere Zukunft ebenso wenig äußern wollte wie auch Mario Stecher, der nach Rang acht ein paar Tage warten wollte.

Gruber wünscht sich hingegen nichts mehr, als dass dieses Team mit Gottwald noch ein Jahr weiterläuft. "Er ist Österreichs erfolgreichster Olympiateilnehmer - er ist ein Vorbild für mich, aber auch die anderen. Sie haben sich alle so mitgefreut mit der Medaille und das macht einen guten Teamspirit aus", bedankte sich Gruber. "Es wäre super, wenn ich 2011 wieder mit ihnen Wettkämpfe bestreiten könnte."

(apa/red)

26.2.2010 15:39
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