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Mirna Jukic bleibt weiterhin wasserscheu:
Schwimmerin verlängert sportliche Auszeit

  • Kein Antreten bei der Langbahn-EM in Budapest
  • 23-Jährige steigt vielleicht im Herbst wieder ein

Österreichs Top-Schwimmerin Mirna Jukic wird ihre Karriere vorerst nicht fortsetzen. Die 23-Jährige gab bekannt, dass sie ihre seit vergangenem Sommer dauernde Auszeit verlängern und nicht an den Langbahn-Europameisterschaften in Budapest teilnehmen werde. Einen Start bei der Kurzbahn-WM in Dubai (15. bis 19. Dezember) schloss die 23-Jährige dagegen nicht definitiv aus.

Jukic' bisher letztes Rennen war der WM-Vorlauf im Brust-Sprint am 1. August in Rom. Am Tag davor hatte die 23-Jährige Bronze über 200 m Brust geholt.

Österreichs Aushängeschild
Mirna Jukic ist erst 23 Jahre alt, prägt den österreichischen Schwimmsport aber dennoch schon länger als ein Jahrzehnt. Nachdem die damalige Kroatin 1999 mit ihrem Vater Zeljko und ihrem Bruder Dinko nach Wien gekommen war, schwamm sie 13-jährig rasch dem Gros der österreichischen Konkurrenz um die Ohren. Im Juli 2000 erhielt sie die Staatsbürgerschaft. Indes ist Jukic in ihrer neuen Heimat längst zur mit Abstand erfolgreichsten Schwimmerin geworden.

Mit dem Olympia-Limit für die Sommerspiele im September 2000 klappte es noch nicht ganz, ihren ersten Einsatz in einem österreichischen Team absolvierte der Jungstar am 16./17. Dezember 2000 in Braunatal/Deutschland bei einem Jugend-Vergleichskampf mit den Auswahlen von Hessen und Bayern. Danach war Jukic' Aufstieg nicht mehr aufzuhalten. Immer mit ihrem Vater als Trainer an der Seite, ging der Teenager seinen Weg.

22 Medaillen
Dieser brachte sie bei den für Österreich durch die Silbermedaillen von Maxim Podoprigora und Markus Rogan historisch so erfolgreichen Weltmeisterschaften 2001 in Fukuoka bereits in zwei Endläufe. Im Dezember darauf gelangen dem damaligen Team-Küken bei den Kurzbahn-Europameisterschaften in Antwerpen mit zweimal Silber die ersten beiden von bis dato 22 Medaillengewinnen in der allgemeinen Klasse.

Dann ging es Schlag auf Schlag. Noch 15-jährig gewann sie im April 2002 in Moskau mit Kurzbahn-Bronze über 200 m Brust ihre erste WM-Medaille, knapp vier Monate später kürte sie sich über diese Strecke in Berlin zur Europameisterin. Für diese in Österreichs Schwimmsport bis dahin einzigartige Leistung wurde Jukic zu Jahresende das erste Mal zu Österreichs "Sportlerin des Jahres" gewählt. 2008 nach Olympia- und 2009 nach WM-Bronze gelang ihr das erneut.

Zweimal Silber in der Stadthalle
Brustlagen-Spezialistin Jukic beeindruckt stets durch ihren mit langen Zügen behafteten schönen Schwimmstil, mit dem sie sich auch die EM-Titel über 200 m Brust auf der Kurzbahn 2002 und 2003 sowie auf der Langbahn 2004 sicherte. Ausgerechnet bei der Heim-Kurzbahn-EM im Dezember 2004 riss ihre Siegesserie bei Großereignissen, aber auch mit zwei in der Wiener Stadthalle errungenen Silbermedaillen durfte sie zufrieden sein.

2005 kündigte sich ein kleiner Leistungseinbruch an, dennoch reichte es 2005 in Montreal mit Bronze zu ihrer ersten WM-Medaille auf der olympischen Langbahn. 2006 dann ein schlimmer gesundheitlicher Rückschlag, als im Frühjahr die Diagnose auf Pfeiffer'sches Drüsenfieber lautete. Wie nun 2010 war die Publizistik-Studentin auch im damaligen Sommer nicht bei der Budapest-EM dabei, musste sich ab dem Herbst erst langsam herantasten.

Drei Medaillen bei der WM 2007
Bei der Langbahn-WM 2007 in Montreal war Jukic bereits wieder dabei, und ein Jahr später bei der Langbahn-EM in Eindhoven war ihr die Rückkehr in die Weltklasse schon wieder gelungen. Überraschend holte sie Gold über 100 m Brust, dazu Silber über 200 und Bronze über 50 m Brust. Erstmals bei einem Großereignis hatte sie auf allen drei Bruststrecken zugeschlagen. Dazu kamen im Lauf des Jahres Verbesserungen ihrer mehrere Jahre alten Bestzeiten.

Mit Olympia-Bronze über 100 m Brust 2008 in Peking erfüllte sich die SC-Austria-Wien-Sportlerin den Athleten-Traum schlechthin und war von da an sportlich mit sich im Reinen. Dass sie da ihre Karriere nicht beendete, lag am Schauplatz der Kurzahn-EM im Dezember 2008. Denn ihre "zweite Heim-EM" in Rijeka wollte sie sich nicht entgehen lassen. Die Titelkämpfe wurden zu Jukic-Festspielen, bei denen Bruder Dinko seinen ersten Titel holte.

Bis zumindest Herbst kein Wettkampf mehr
Der heute 21-Jährige war für Schwester Mirna wie ihr Vater und die in Kroatien berufstätige Mutter Mirela in schwierigen Situationen immer Anlaufstation. Mit all deren Unterstützung entschloss sie sich auch noch die dann schon recht zeitnahen Langbahn-Weltmeisterschaften in Rom zu bestreiten, wurde mit ihrem zweiten WM-Bronze über 200 m Brust belohnt. Einen Tag später bestritt sie noch den WM-Vorlauf über 50 m Brust, das war ihr bisher letztes Rennen.

Ob noch weitere kommen, ist offen. Zumindest bis Herbst 2010 wird es für Mirna Jukic keinen Wettkampf mehr geben. Wie es danach weitergeht, wird einerseits an ihrer Lust zu Training und ihrem Durst nach Erfolgen liegen, aber sicher auch an ihrer privaten Situation. Nach Olympia in Peking hatte es zwischen ihr und Tennis-Ass Jürgen Melzer gefunkt, mittlerweile weicht sie schon längst nicht mehr von seiner Seite. Bleibt abzuwarten, ob sie die WM 2011 und Olympia 2012 noch reizen können.

(apa/red)

3.3.2010 12:00
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