Active

Alle Kanäle

3.3.2010 13:50

Mirna Jukic bleibt weiterhin wasserscheu:
Schwimmerin verlängert sportliche Auszeit

  • Kein Antreten bei der Langbahn-EM in Budapest
  • 23-Jährige kann sich Olympia 2010 vorstellen

Europameisterin Mirna Jukic ist für eine Verlängerung ihrer Karriere noch nicht bereit. Ob sie überhaupt jemals wieder wettkampfmäßig schwimmen werde, ließ die 23-Jährige bei einer Pressekonferenz offen. An den Langbahn-Europameisterschaften vom 9. bis 15. August in Budapest wird sie jedenfalls nicht teilnehmen. Eine definitive Entscheidung, wie es bei ihr weitergehen soll, wird sie spätesten zu Jahresende mitteilen.

Noch weiß Österreichs dreifache "Sportlerin des Jahres" nicht, welchen Weg sie beschreiten wird. "Es ist schon so, dass man etwas vermisst", sagte Jukic zu ihrer Liebe zum Schwimmsport. "Ich habe kein regelmäßiges Training, aber ich nähere mich wieder dem Wasser. London 2012 ist in meinem Kopf", liebäugelt die Studentin mit den nächsten Olympischen Spielen. "Dann wäre aber definitiv Schluss. Mit 30 möchte ich nicht mehr schwimmen."

Maximal zwei Saisonen mit der Olympia-Dritten von Peking gibt es also noch, wobei sie einen Wiedereinstieg bei den Kurzbahn-Weltmeisterschaften in der Woche vor Weihnachten in Dubai nicht ausschloss. Wahrscheinlich ist es aber nicht. "Ich war gerade in Dubai", nahm Jukic zu ihrer Begleitung von ihrem Freund Jürgen Melzer beim vorwöchigen ATP-Turnier in den Emiraten Stellung. "Eigentlich möchte ich da nicht mehr so schnell wieder hin."

"Es muss von Herzen kommen"
Wahrscheinlich ist daher, dass Jukic im Fall einer Rückkehr in ihr Metier wieder in der zweiten Juli-Hälfte 2011 bei den Langbahn-Weltmeisterschaften in Shanghai bei einem Großereignis in Erscheinung tritt. Ein Jahr würde dann noch bis Olympia fehlen. "Es muss vom Herzen kommen", erklärte die zweifache Langbahn-WM-Dritte. "Aber die Entscheidung wird sicher eine rationale Sache. Derzeit fällt es mir zu schwer, einen Schlussstrich zu ziehen."

Wenn sie sich dazu entschließen sollte, das Training und die Reisen zu den Wettkämpfen für rund eineinhalb Jahre noch einmal auf sich zu nehmen, dann würde sie es mit voller Kraft in Angriff nehmen wollen. Denn nach WM- und Olympia-Bronze stünde der Angriff auf Gold und Silber an oberster Stelle. "Es ist nicht mein sportlicher Spirit, dass ich dann wieder Dritte werden will. Aber wenn ich alles gebe und Dritte wäre, dann wäre es okay."

Ein paar Monate zum Anschluss finden
Jukic will in den nächsten Monaten in Ruhe beobachten, wie die Aktiven mit dem neuen Material zurechtkommen, ob es Newcomer auf den von ihr favorisierten Bruststrecken gibt. Mit ihrer hohen schwimmerischen Grundschule würde die insgesamt fünffache Europameisterin sicher bald wieder den Anschluss finden. "Ich denke, dass ich nach einem halben Jahr Training wieder dabei wäre und nach weiteren vier, fünf Monaten in der Weltklasse."

Die Überzeugung dafür nimmt sie aus ihrer krankheitsbedingten halbjährigen Pause 2006, als sie das Pfeiffer'sche Drüsenfieber aus der Bahn geworfen hatte. Ihre jetzige Auszeit sei anders zu bewerten, aber Jukic habe durch die damalige Pause doch gewisse Erfahrungswerte. "Aber jetzt will ich einmal entspannen und genießen, nicht immer zum Arzt gehen müssen." Zu Dopingkontrollen wird sie freilich weiter gebeten werden, denn Athletin ist sie ja nach wie vor.

Publizistik-Studium
Den Rest des Jahres wird Jukic stark ihrem Publizistik-Studium widmen, einen wichtigen Teil davon abschließen. "Dann möchte ich gleich mit dem Master weitermachen." Auch Berufsvorstellungen geistern ihr schon im Kopf herum. "Event-Management und Öffentlichkeitsarbeit interessieren mich. Journalismus ist weniger das, was ich machen will." Kontakte habe sie viele, auch über diverse Sponsoren.

Einer davon war und bleibt Ströck-Brot, die Bäckerei hat für die Familie Jukic ab sofort aber eine noch größere Bedeutung. Denn der Familienbetrieb tritt bei Dinko und Mirna Jukic ab sofort an die Stelle ihres bisherigen Hauptsponsors, und das bleibt bis London 2012 so. Mirna Jukic wird zumindest vorerst natürlich "nur" als Testimonial fungieren. "Es ist schön, dass da jemand da ist, der an dich glaubt, dich immer unterstützt", meinte sie dazu.

Auch Bruder Dinko betonte, jetzt noch beruhigter und konzentrierter den Weg zu den Spielen gehen zu können. Für den 21-Jährigen ist die Budapest-EM das nächste große Ziel, für die ihm auch Mirna viel zutraut. Dinko Jukic: "EM-Silber habe ich ja schon, es fehlt noch Gold." Seine nächsten großen Wettkämpfe wird der Student erst im Juni bestreiten, über Ostern geht es - wohl nach Kroatien - mit Trainervater Zeljko Jukic auf Trainingslager.

(apa/red)

3.3.2010 13:50
Seite bookmarken bei: ? Hilfe
zurück zur Startseite