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4.7.2010 13:50

Ein "etwas anderer" Abend in der Oper: Elektro-Duo Air begeisterte das Publikum

  • Mit Riesen-Projektionen in eine andere Welt entführt
  • Standing-Ovations für eindrucksvolle Performance

Einen ganz besonderen Ort haben sich die französischen Synthiepop-Helden von Air für ihren Wien-Gig ausgesucht: Sie bespielten am Samstag Abend im Rahmen des 20. Wiener Jazz Festes die gut gefüllte Staatsoper und begeisterten mit einem Konzert, das eigentlich besser als beeindruckende Gesamt-Performance denn als simples Konzert definiert werden müsste, ihr Publikum.

Dort wo sonst Anna Netrebko und Co. ihre Sopran- und Tenor-Stimmen erklingen lassen, stand am diesen Tag einmal etwas ganz anderes am Programm: Nicolas Godin und Jean-Benoit Dunckel, besser bekannt als französisches Elektro-Duo Air, verzauberten ihr Publikum, welches an diesem Tag ebenfalls ein etwas anderes war. Vorwiegend junge Menschen in Freizeitkleidung strömten in das Opernhaus – ein eher seltenes Bild.

Doch die Entscheidung für einen Besuch in der Oper und gegen einen Besuch im Gastgarten an diesem lauen Sommerabend hat sich wahrlich gelohnt: Die Franzosen beeindruckten mit einer tollen Show. Zarte Töne erklangen zu Beginn, als mit "Do the Joy" ein eindrucksvoller Abend beginnen sollte. Beeindruckend war nicht nur die Musik, die geliefert wurde, sondern auch die dazu auf eine Riesen-Leinwand (über die ganze Bühne) projizierten Visuals, die immer im Einklang mit dem Gehörten standen. Somit waren auch diese eingangs noch sehr "vorsichtig"; der Bandname prangte in großen Lettern auf der weißen Wand und blinkte im Rhythmus der Lieder.

Im Laufe des Auftritts kam das Duo dann immer mehr aus sich heraus – zumindest musikalisch und visuell. Nicolas Godin und Jean-Benoit Dunckel blieben stets an ihrem Platz vollzogen in den knapp 90 Minuten nicht mehr Bewegungen als ein wenig wippen oder ein schneller Gitarrenwechsel. Die Klänge, die sie jedoch fabrizierten wurden durchaus kraftvoller; ebenso die Projektionen. Von schrillen, tanzenden Farbklecksen über leise rieselnde Blütenblätter bis zu Ping-Pong-Computerspielanimationen, der VJ erwies sich als durchaus kreativ. Die Band verzückte das Publikum mit Hits wie"Cherry Blossom Girl", "How Does It Make You Feel" oder das in der Zugabe dargebotene "Sexy Boy". So wurden bei jedem neuen Visual eifrig Kameras und Handys gezückt und die wenigen Stehplatz-Besucher wiegten sich eifrig im Takt der Musik - trotz eingeschränkter Bewebungsfreiheit.

Nach jedem Stück wurde die Gesamtperformance vom Publikum mit heftigem Applaus und johlenden Zurufen belohnt. Am Ende gab es für die tolle Show, die kurz in eine andere sphärische Welt ein- und aus dem Alltag abtauchen ließ, Standig Ovations für die Franzosen, die sich artig mit einer Verbeugung bedankten und durch ein paar Schnappschüsse des Schlagzeugers am Ende anmerken ließen, dass auch für sie dieser Auftritt alles andere als alltäglich war. (nie)

4.7.2010 13:50
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