LeBron James hat Entscheidung getroffen:
Der NBA-Superstar wechselt zu Miami Heat
- 25-Jähriger unterschreibt Maximum-Deal in Florida
- Supertrio: Auch Chris Bosh kommt zu Dwyane Wade

Wochenlang hatte sie die US-Sportwelt in Atem gehalten - die Jagd auf LeBron James. Nun hat er sich entschieden. Der vielleicht größte Basketball-Star der Gegenwart, der seinen Vertrag mit den Cleveland Cavaliers nicht verlängert hatte, wechselt in der NBA zu den Miami Heat. Das gab der 25-Jährige in einer mit Spannung erwarteten Sondersendung im US-TV-Sender ESPN bekannt.
In Miami trifft "King" James mit Dwyane Wade auf einen weiteren Topstar. Dazu hat mit Chris Bosh zuletzt ein dritter namhafter Spieler den Heat seine Zusage gegeben. "Wir werden ein sehr gutes Team sein", versprach James. In vielen US-Medien war bereits vom besten Trio der NBA-Geschichte zu lesen. Mit dem vielseitigen James und Scorer Wade spielen nun zwei der drei wahrscheinlich besten Spieler der Welt in ein- und demselben Team.
Dem dritten gilt es nun die Meisterschaft abzujagen - Kobe Bryant von den Los Angeles Lakers. "Ich will Titel gewinnen. Ich habe das Gefühl, dass ich das hier am besten kann", begründete James seinen Wechsel. In sieben Jahren in Cleveland war dem wertvollsten Spieler (MVP) der beiden vergangenen Jahre der Triumph verwehrt geblieben. "Es ist wie ein Traum, mit diesen beiden großartigen Spielern spielen zu dürfen", erklärte der Superstar.
Medien-Hype
Das Buhlen um James hatte in den vergangenen Wochen einen nie dagewesenen Hype ausgelöst, die Inszenierung seiner Entscheidung ihresgleichen gesucht. Millionen von Sportfans hatten sich in den USA vor den Bildschirmen und in Bars versammelt, um der mehr als eine Stunde dauernden Sondersendung "The decision" (die Entscheidung) beizuwohnen. Um exakt 21:28 Uhr Ortszeit sprach James jene Worte, auf die ein ganzes Land tagelang gewartet hatte.
"Ich bringe meine Talente nach South Beach und schließe mich den Miami Heat an", sagte James - und löste damit in Florida spontane Jubelfeiern aus. In Cleveland dagegen herrschte Desillusionierung, sogar Trikots mit der Nummer 23 wurden öffentlich verbrannt. "Ich darf das nicht an mich heranlassen", betonte der Ausnahmeathlet, der aus der Nähe von Cleveland stammt. "Ich fühle mich nicht gut, aber ich muss darauf schauen, was für mich das Beste ist."
"Wir fühlen uns betrogen"
Die Wut in Ohio vermochte das nicht zu lindern. "Wir fühlen uns betrogen", betonte Cavaliers-Eigentümer Dan Gilbert in einem offenen Brief. Sechs Teams hatten sich bis zuletzt um James bemüht - darunter neben Cleveland und Miami auch die Chicago Bulls, bei denen einst Michael Jordan zum Größten seiner Zunft avanciert war. Angebote hatte der 2,03 m große Forward zudem von den New York Knicks, den New Jersey Nets und den Los Angeles Clippers.
"LeBronocalypse" hatten Kommentatoren das öffentliche Wettbieten um den Superstar genannt. "Mit Geld hatte meine Entscheidung aber nichts zu tun", versicherte James. Der selbst ernannte "King" soll beim Meister von 2006 in den nächsten fünf Jahren das Maximum von bis zu 99 Millionen Dollar (78,2 Mio. Euro) verdienen. In Cleveland hätte er durch eine Vertragsverlängerung für ein sechstes Jahr noch einmal 30 Millionen Dollar mehr kassieren können.
James entschied sich aber für Wade und Bosh anstelle der Extra-Millionen. Mit den beiden hatte er bereits bei Olympia 2008 in Peking die Goldmedaille geholt. Damals sollen sie gute Freunde geworden sein und mit Spielmacher Chris Paul, der noch bis 2012 bei den New Orleans Hornets unter Vertrag steht, einen Pakt geschmiedet haben, irgendwann zusammen zu spielen. "Es wird verrückt", meinte Wade. "LeBron hier zu haben, ist das Größte."
(apa/red)










